communicando: die Idee – funktionierende Kommunikation

Funktionierende“ Kommunikation ist die Voraussetzung für funktionierende Zusammenarbeit. Und damit, dass Projekte ihre gesetzten Ziele zumindest bestmöglich erreichen. Oder dass rechtzeitig vernünftig Richtungswechsel vorgenommen werden.

Was bedeutet nun aber „funktionieren“? Ein scheinbar einfacher Begriff. Für Ingenieure ein einfach zu verfolgendes Ziel. Technik wird aufgrund von Anforderungen erstellt, die Anforderungen definieren Testfälle, wenn die Tests am Prototyp erfolgreich absolviert wurden, funktioniert die Technik. Ganz einfach. Nun ja, auch in komplexen Technik-Projekten ist die Realität nicht ganz so linear wie eben dargestellt, aber zumindest die zu entwickelnde Technik zumeist doch tatsächlich nicht komplex, sondern kompliziert und damit kausal erfassbar. (Ganz wunderbar erklärt Harald Lesch den prinzipiellen Unterschied zwischen komplex und kompliziert hier).

Wie aber kann Kommunikation funktionieren? Sie läuft zwischen Menschen, daher sind individuelle Perspektiven, Emotionen oder Glaubenssätze stets beteiligt. Selbst explizit sachorientierte Kommunikation – schriftlich wie mündlich – ist nie frei von Interpretationsfreiheitsgraden, sowohl beim „Sender“ als auch beim „Empfänger“. Da wir in Projekten nie alleine auf dem Weg zum Ziel unterwegs sind, haben wir immer diese Vielschichtigkeit im Gepäck. Und vieles, was schief geht, hat in irgend einer Weise mit der stattgefunden Kommunikation zu tun.

Ein Beispiel aus meiner Berufspraxis: große Maschinenbauunternehmen waren es gewohnt, große Projekte mit langer Laufzeit durchzuführen. Lange Laufzeit bedeutet aber natürlich auch immer immense Kosten in den üblicherweise personell reichhaltig bestückten Projekten. Das kann man sich zunehmend weniger leisten, deswegen sucht man nach Wegen, die Laufzeiten zu verkürzen. Ein Ansatz: kleine Stückzahlen, frühe Auslieferungen von noch prototyphafter Technik an den Kunden. Was bedeutet der Ansatz „kleine Stückzahlen“? Kostenersparnis durch Weglassen diverser Schritte, die zur Absicherung der Technik, wenn sie denn in die Realität entlassen werden, unabdingbar sind und ggf. nachgeholt werden müssen. Bei Auslieferung der frühen, noch „unreifen “ Technik an den Kunden muss dieser „unsichere Status“ sorgsam vereinbart werden. Die Nachbarabteilung hat nur verstanden, dass eine neue Technik zur Verfügung steht und verkauft sie schon in großem Maßstab an einen zweiten Kunden für die vollumfängliche Verwendung. Die Unterschriften sind schon unter den Verträgen, die Technik noch nicht ansatzweise reif. Der Ärger und Schaden war groß, das Geschäft musste komplett rückgängig gemacht werden. Hätten alle Beteiligten verstanden, was dieser neue Ansatz bedeutet, wäre es nicht dazu gekommen.

Gemeinsames Verständnis und Vertrauen sind also unabdingbare Voraussetzungen für gelingende Projekte. Deswegen möchte ich auf diesem Blog immer einmal wieder diverse Aspekte von Projektarbeit und Kommunikation und „die Schichten dahinter“ beleuchten.

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